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Gehrung berechnen: Rahmen und Kästen sauber sägen

Eine Gehrung ist ein schräger Schnitt, bei dem zwei Teile in einer Ecke bündig zusammentreffen. Sie sieht ordentlich aus, weil keine Stirnseite sichtbar bleibt. Der Winkel hängt davon ab, wie viele gleich lange Seiten dein Werkstück hat.

Die Formel

Für jedes Werkstück mit gleich langen Seiten gilt: Der Innenwinkel ist (n − 2) × 180° geteilt durch n, wobei n die Zahl der Seiten ist. Die Gehrung ist die Hälfte davon.

Welche Zahl du an der Säge einstellst, hängt vom Gerät ab: Manche Sägen zeigen den Winkel zur Kante, andere den Ausschlag aus der Nullstellung. Die Rechnung dafür: Sägeeinstellung = 90° minus Winkel zur Kante. Schau im Zweifel in die Anleitung deiner Säge.

Sauber arbeiten

Leimen und Spannen

Gehrungsfugen halten mit reinem Leim nur begrenzt, weil Hirnholz Leim stark aufsaugt. Bestreiche die Flächen dünn vorab mit Leim, lass ihn kurz anziehen und trage dann erneut auf. Ein Spanngurt oder Eckspanner hält das Ganze, bis der Leim abgebunden hat.

Ein Beispiel: Bilderrahmen aus vier Leisten

Ein Rahmen hat vier gleich lange Winkel von je 90 Grad. Jede Ecke besteht aus zwei Gehrungsschnitten zu je 45 Grad. Miss die Länge der Leiste an der Außenkante, denn die Gehrung verlängert die Leiste auf der Außenseite. Markiere beide Enden, säge die erste Leiste, drehe die zweite um und säge das Gegenstück. So entsteht ein Rahmen, bei dem die Ecken exakt aufeinander passen. Wenn du mehrere gleiche Teile brauchst, lege einen Anschlag fest, damit alle Teile gleich lang werden.

Ein Beispiel: Sechseckige Box

Bei einer sechseckigen Box brauchst du sechs Seitenteile mit je 30 Grad an der Säge, wenn deine Säge den Ausschlag aus der Nullstellung anzeigt. Schneide zuerst alle Teile auf Länge, stelle dann den Winkel ein und säge alle Enden. Klebe zunächst nur zwei Teile zusammen, prüfe den Winkel mit einem Probestück und füge dann die anderen an. Ein Gummiband oder ein Spanngurt hält die Teile zusammen, bis der Leim hart ist.

Häufige Fehler

Checkliste

  1. Seitenzahl und Winkel notiert?
  2. Probeschnitt an Restholz gemacht?
  3. Teile an der Außenkante gemessen?
  4. Schutzbrille und Gehörschutz bereit?
  5. Fugen trocken probiert, dann geleimt?

Wenn du öfter Rahmen baust, notiere dir die Einstellungen deiner Säge an der Werkbank. Dann musst du nicht jedes Mal neu rechnen, und du vermeidest Fehler durch Eile.

Wenn die Ecke nicht schließt

Bleibt in der Ecke ein Spalt, liegt es meist an einem der drei Gründe: Der Winkel der Säge stimmt nicht, die Leiste ist nicht plan aufgelegt oder die beiden Teile sind nicht gleich lang. Säge zur Kontrolle zwei Reststücke im selben Winkel und lege sie an eine Winkelmessung an. Ist der Spalt außen, ist der Winkel zu klein, ist er innen, ist er zu groß. Korrigiere in kleinen Schritten von einem halben Grad und teste jedes Mal mit einem neuen Reststück.

Holzauswahl und Zuschnitt

Weiche Hölzer wie Kiefer reißen an der Schnittkante leichter aus. Ein scharfes Sägeblatt mit feiner Zahnung und ein Stück Abfallholz als Unterlage verhindern das. Lege die Leiste mit der Sichtseite so auf, dass sie beim Sägen nach unten zeigt, wenn die Säge von oben schneidet. Wer Rahmen für Bilder baut, plant außerdem einen Falz für die Glasscheibe ein, bevor er die Gehrung sägt. Das gelingt mit einer Oberfräse oder einer vorgefertigten Rahmenleiste.

Zum Nachschlagen an der Wand

Werkstattdruck hat den Gehrungswinkel für Rahmen und Kästen als Tafel zum Ausdrucken. Passend dazu gibt es die Zuschnittliste und die Übersicht der Holzverbindungen. Zur Startseite von Werkstattdruck.

Allgemeine Informationen, keine Beratung. Beachte die Sicherheitshinweise deiner Geräte.

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