Schrauben und Gewinde erkennen: Die M-Größen einfach erklärt
Im Schraubenregal steht überall „M6“, „M8“ oder „M10 x 1“. Wer die Bezeichnungen einmal verstanden hat, greift seltener daneben und muss weniger umtauschen. Hier das Wichtigste in kurzer Form.
Was die Zahl hinter dem M bedeutet
Das M steht für metrisches Gewinde, die Zahl danach für den Außendurchmesser in Millimetern. Eine M8-Schraube hat also einen Gewindedurchmesser von 8 mm. Gemessen wird am besten mit einer Schieblehre an den Gewindespitzen. Wer keine hat, kann notfalls mit einem Lineal arbeiten, sollte aber bei kleinen Größen wie M3 bis M5 sehr genau hinsehen, weil ein halber Millimeter dort schon eine andere Größe bedeutet.
Regelgewinde und Feingewinde
Bei jeder Größe gibt es ein Regelgewinde mit einer festgelegten Steigung. Die Steigung ist der Abstand von einer Gewindespitze zur nächsten. Bei M8 beträgt sie 1,25 mm, bei M10 sind es 1,5 mm. Ein Feingewinde hat bei gleichem Durchmesser eine kleinere Steigung, zum Beispiel M8 x 1. Das steht dann hinter der Größe. Regel- und Feingewinde sind nicht austauschbar: Eine M8-Schraube mit Regelgewinde passt nicht in eine Mutter mit Feingewinde, auch wenn der Durchmesser stimmt.
Das richtige Kernloch bohren
Wer selbst ein Gewinde schneidet, braucht zuerst das passende Kernloch. Als Faustformel gilt: Nenndurchmesser minus Steigung. Für M6 bohrst du demnach 5,0 mm, für M8 sind es 6,8 mm und für M10 dann 8,5 mm. Lies die Werte lieber noch einmal in einer Tabelle gegen, bevor du ins Werkstück bohrst, denn ein zu großes Loch lässt sich nicht mehr korrigieren.
Vier Tipps für den Alltag
- Sortiere lose Schrauben nach Größe in beschriftete Dosen, statt sie in eine große Kiste zu kippen.
- Hänge eine Übersicht in Sichtweite der Werkbank auf, damit du nicht jedes Mal nachschlagen musst.
- Teste eine unbekannte Schraube immer erst von Hand in der Mutter. Läuft sie schwer, ist es meistens die falsche Steigung.
- Nimm eine Probeschraube mit zum Einkauf, wenn du Ersatz brauchst.
Schritt für Schritt: Eine unbekannte Schraube bestimmen
- Miss den Außendurchmesser des Gewindes mit der Schieblehre. Rundest du den Wert auf die nächste volle Größe, hast du die M-Zahl.
- Zähle die Gewindegänge auf einem Zentimeter oder miss den Abstand von Spitze zu Spitze. Das ergibt die Steigung.
- Vergleiche beides mit einer Tabelle, um zu sehen, ob es Regel- oder Feingewinde ist.
- Probiere die Schraube von Hand in einer bekannten Mutter. Sie sollte sich leicht eindrehen lassen.
- Notiere die Größe auf der Dose, damit du sie nicht noch einmal bestimmen musst.
Ein Beispiel
Du misst 7,9 Millimeter Außendurchmesser und einen Abstand von etwa 1,25 Millimeter zwischen den Spitzen. Das spricht für eine M8 im Regelgewinde. Zeigt die Probe in der Mutter Widerstand, vergleiche noch einmal mit M8 x 1. Prüfe lieber zweimal, bevor du eine Schraube festziehst, denn ein falsches Gewinde kann beschädigt werden.
Typische Fehler
- Mit Gewalt eindrehen: Läuft eine Schraube schwer, stimmt meist die Steigung nicht.
- Länge und Durchmesser verwechseln: Die Zahl nach dem M ist der Durchmesser, nicht die Länge.
- Maße am abgenutzten Gewinde ablesen: Miss an einer unbeschädigten Stelle.
- Schraubenköpfe nicht beachten: Kopfform und Antrieb entscheiden mit, ob das passende Werkzeug greift.
Kurze Checkliste
- Schieblehre griffbereit?
- Außendurchmesser gemessen?
- Steigung bestimmt?
- Regel- oder Feingewinde geklärt?
- Probe von Hand gemacht?
Noch ein Hinweis für Einsteiger: Auch die Länge einer Schraube wird angegeben, meist in Millimetern hinter dem Durchmesser, zum Beispiel M6 x 30. Gemessen wird sie bei den meisten Formen ohne den Kopf, bei Senkkopfschrauben dagegen mit dem Kopf. Schreibe dir beides auf, wenn du Ersatz suchst.
Passend dazu
Wenn du die Werte griffbereit an der Wand haben möchtest: Die Schraubentabelle M3–M12 zeigt die gängigen Größen auf einen Blick, die Feingewinde-Tafel ergänzt die feinen Steigungen. Alle drei Tafeln gibt es auch als Gewinde-Set. Du bekommst die Dateien als PDF zum Selbstausdrucken. Mehr Werkstatt-Tafeln findest du auf der Startseite von Werkstattdruck.
Allgemeine Informationen.